Tutorial - Vexel-Art

Veröffentlicht auf von Tex

Hallo Leute, ich möchte euch in diesem Photoshop-Tutorial Vexel-Art näher bringen. Sieht gut aus und ist eigentlich richtig easy!

Vexel sind Bilder, die eine Verbindung zwischen realen Bilder und comichaften Bilder herstellen. Der Vorteil von Vexel gegenüber den Vectoren ist der, dass sie leicht änderbar sind und auch leichter gezeichnet werden können. Jedoch lassen sich Vektoren bis auf ein Vielfaches hochskalieren was praktisch für Weiterverarbeitungen ist. Ich muss sagen, dass es sehr lange dauert, bis man endlich fertig ist. Auch wenn es anfangs nicht so gut laufen sollte, dürft ihr nicht aufgeben. Ihr müsst einfach Geduld mit euch haben! Lange Rede kurzer Sinn, fangen wir jetzt an!


Als aller erstes sucht ihr euch ein schönes Bild aus, am besten eines, dass nicht all zu klein ist. Runterskalieren könnt ihr es ja immer noch. Das Bild sollte nicht zu hell oder dunkel sein. Ihr müsst die einzelnen "Farbflächen" also Schattierungen erkennen können. Ich habe mir dazu Jamie Lynn Spears ausgesucht:





Wie ihr hier sehen könnt, ist die Haltung und Position recht frontal und nicht schwer zu zeichnen. Die hellen und dunklen Stellen auf ihrem Gesicht sind gut erkennbar. Fangen wir nun an. Als erstes müsst ihr die Hintergrundeben duplizieren, das heißt kopieren. Eine davon könnt ihr mit dem Schloss sperren, die andere wird jetzt verändert um die einzelnen Hautabstufungen sichtbarer zu machen. Dazu wählt ihr das Bild und geht im Menü auf »Bild« - »Anpassungen« und auf »Tontrennung…« Hier wählt ihr einen Wert zwischen 7 und 16. Ich habe 11 gewählt. Am besten wäre es, wenn wir mit der Haut anfangen. Nun müsst ihr euch mit der Pipette mindestens 15 verschiedene Hauttöne raussaugen und in die Farbfelder einfügen, damit ihr diese immer parat habt. habt ihr dies geschafft, müsst ihr euch nun mehrere Ebenen anlegen, am besten eine Ebene für einen Hautton. Das wären bei 15 verschiedenen Farben 15 Ebenen. Stellt sie zur Übersicht in einen Gruppenordner. Nehmt nun das Zeichenstift-Werkzeug und zeichnet einzelne Felder damit. Ihr solltet das Bild vergrößern, also zoomen, um leichter arbeiten zu können. Fangt dazu am besten mit den hellen Stellen an. Ihr setzt einen Ankerpunkt, setzt wieder einen und könnt diesen dabei frei transformieren. So bekommt ihr keine harten Kanten und die felder sehen glatt aus. Habt ihr ein Feld gezeichnet, drückt ihr auf dem Feld die rechte Maustaste (bei Mac's die "ctrl"-Taste) und geht auf »Pfadfläche füllen…« sucht euch noch die Farbe aus (am besten den Hautton gleich als Vordergrundfarbe wählen) und fertig ist das erste Feld. Das macht ihr nun mit alle anderen Feldern in diesem Hautton. Wie ihr sicherlich gemerkt habt, stören die schwarzen Konturen der Farbflächen. Diese könnt ihr leicht entfernen, einfach rechte Maustaste/ ctrl-Taste und auf »Pfad löschen« klicken. Wenn ihr alle hellen Hauttöne habt, nehmt ihr euch den nächsthelleren vor. Fixiert die bereits bearbeitete Ebene und aktiviert die Zweite. Die zweite Ebene zieht ihr eleganterweise unter die Erste. Ist einfach praktischer! Das gleiche wie gerade eben macht ihr nun mit der zweiten Ebene und zieht die einzelnen Felder der Hauttones auf. Das macht ihr einfach mit alle anderen Hauttönen. Je mehr Hauttöne ihr dabei verwendet, desto detailierter und realer sieht das Bild am ende aus.





                        

Ich habe hier 15 Hauttöne verwendet und bin zu diesem Ergebnis gekommen. Für mein erstes Vexel-Bild ist das schon sehr ordentlich, wobei ich sagen muss, dass ich selber schon viele Erfahrungen mit Vektoren habe. Für den Schatten, den der Hals wirft, habe ich einen Hautton dunkler gestellt, da er nicht irklich passte. Das Zeichnen der einzelnen Flächen der Haut hat mich circa 2 Stunden gekostet. Hier seht ihr die Haut ohne Hintergrund:





Weiter geht es nun mit den Lippen und den Zähnen. Ich muss sagen, dass es nicht ganz einfach war die Zähne zu schattieren wenn man nebenher auch noch mit den Lippen beschäftigt ist. Denn grob geschätzt, hat mich dies 1-2 Stunden gekostet und das wirklich nur dafür!
Zuerst sucht ihr euch wieder die passenden Farben für die Lippen aus in dem ihr wie vorhin schon mit der Haut die Pipette benutzt und die Farben des Bilder raussaugt. Farben wieder in die Farbpalette und los geht's! Ihr solltet zwischen 8 - 10 Farben gesaugt haben. Wie immer heißt es, je mehr Farben, desto detailierter. Achtet aber darauf, dass zu viele Farben eventuell den Vexel-Charakter zerstören könnten. Die Balance muss jeder selbst finden. Füllt nun die Lippen komplett in einem mittleren Ton der überwiegt. Das könnt ihr als Fundament sehen. Eure Aufgabe ist es nun die Lippe zu schattieren. Nicht wie vorhin von hell nach dunkel sondern diesmal von beiden Seiten. Schaut euch die Lippen ganz genau an. Es sind nicht unbedingt Linien die die Schattierung ausmachen, sondern viel mehr kleinere Fältchen. Die Lippe selber ist wie zwei kleine Hügel die nebeneinander stehen. Stellt euch das einfach mal bildlich vor. Zwischen den zwei Hügeln fällt wenig Licht, das bedeutet das die Stelle dunkler sein muss. Jeder von uns sieht zwar täglich Lippen, aber so richtig studiert haben wir sie dennoch nicht. Das Zahnfleisch ist heller oder genau so hell wie die hellste Stelle der Lippe. Vergesst nicht, Lichtreflexe auf die Unterlippe zu legen, damit sie natürlicher aussieht. Ich habe dabei gemerkt, dass die Farben manchmal zu krass wirken. So bin ich auf die Idee gekommen einen Bleistift zu verweden (Bleistift-Werkzeug). Das tolle daran ist, dass man an keine wirkliche Kontur die man ziehen muss gebunden ist. Jedoch hat man kaum Kontrolle, außer ihr benutzt ein Grafik-Tablett. Stellt die Deckkraft des Bleistiftes auf 10% und wählt als Farbe eben weiß oder einen Lippenton. So könnt ihr leichter Lichtreflexe miteinbinden und vor allem auch leichte Verläufe zwischen den den Schattierungen bekommen. Im übrigen nennt man das schattieren Shading (schattieren, abtönen, schraffieren,...). Die Oberlippe könnt ihr etwas mehr aus dem Bild rausholen. Einfach die Unterlippe heller shaden als die Oberlippe. Kommen wir nun kurz zu den Zähnen.  Wählt nicht unbedingt weiß sondern einen Grauton. Die Zähne könnt ihr wie die Lippe wieder komplett ausfüllen. Da Zähne nicht ekig sondern eher rund sind, müsst ihr jeden Zahn links und rechts leicht mit einem etwas dunkleren Grauton schattieren. Dabei kommt es ganz auf das Bild an. Nicht vergessen, dass die Zähne leicht dunkler werden, je weiter man nach außen kommt. Da Zähne nur minimal schattiert werde sollen. Empfehle ich wieder die Deckkraft runterzuschrauben. Jetzt fehlen nur noch die Augen und Zähne …








Kommen wir nun zu den Augen. Es wird immer schwieriger! Das Auge ist - egal ob Zeichnung oder Fotografie - immer das, was man als erstes sieht. Man kann vieles über den Menschen erkennen, wenn man in sich genau anschaut, noch mehr, wenn man sich tief in die Augen schaut. Nein! Das ist nicht philosophiert sondern die Wahrheit. Fangen wir wieder so an, dass wir uns zu erst die nötigen Farben mit der Pipette besorgen.
Sobald das erledigt ist, geht es folgendermaßen weiter:  Legt eine dunkle Hautton-Fläche über das Auge. Diese dient als Basis. Bei Jamie in diesem Beispiel haben brauchen wir einen virtuellen "Eyeliner", "Wimperntusche" und "Lidschatten". Fangen wir mit dem Lidschatten an. Schattiert die obere Seite des Auges dunkelgrau und setzt leichte Highlights mit dem Buntstift (Farbe weiß, 5% Deckkraft). Achtet nicht allzu sehr auf die Form, denn diese können wir später noch mit dem Radiergummi entfernen. Unterm Auge wird es auch etwas dunkler schattiert, jedoch nicht so stark wie oben. Gleich darauf könnt ihr problemlos den "Eyeliner" verwenden und leichte Kontur ziehen. Als Farbe könnt ihr ruhig 100% schwarz wählen, da es so fein ist, dass es kaum sichtbar ist. Den Tränensack (dieses glitschige rosa Dingens) macht ihr am besten in einem feinen Rosaton und 50% Deckkraft. Wieder leichte Highlights mit weiß setzen und leicht nach innen ins Auge schattieren. Habt ihr dies geschafft, geht es mit dem Augapfel weiter. Zeichnet die Kontur nach oder zieht eine Ellipse. Wählt aber kein weiß, da das menschliche Suge ach nicht weiß ist und es somit natürlich aussieht. Geht nun links und rechts vom Augapfel mit grau drüber. Diesen Shade braucht ihr, damit das Auge auch seine Plastizität bekommt. Die Iris bekommt je nach Bild die passende Farbe - gezeichnet (je nach Lage der Ebenen) mit dem Zeichenwerkzeug oder der Kreisauswahl. Die Iris müsst ihr mit dem Abwedler dunkler setzen um auch da ein wenig Plastizität zu bekommen. Da die Iris feine Striche besitzt müsst ihr diese logischerweise auch zeichnen. Entweder sehr fein mit Konturlinien, die nur 10% heller sind als die Iris selber oder aber mit einem weißen Buntstift jedoch viel größer.  Zeichnet nun eine schwarze Pupille (dazu eignet sich das Auswahl-Werkzeug). Einfach einen Kreis ziehen und diesen 100% schwarz färben. Hier unbedingt Highlights setzen!!! Eben ihr schattiert es weiß oder aber ihr nehmt meine bevorzugte Technik - den Bleistift - und geht ein paar mal mit 10% Deckkraft drüber. Im Auge werden Highlights großzügig gesetzt - kommt einfach besser zur Geltung. Zu guter letzt die Wimper. Ist eigentlich ganz einfach: nachziehen, schwarz schattieren und gut ist. Ihr müsst lediglich darauf achten, die Spitzen der einzelnen Wimpern auch wirklich Spitz zu machen. Ansonsten sieht das irgendwie zusammengeklebt aus …
Nun freut ihr euch, dass ihr endlich das Auge habt, doch leider merkt ihr, dass es nur eines von den zweien ist. So ging es mir jedenfalls persönlich, da ich vor lauter Anstrengungen das andere vergessen habe. Glücklicherweise ist das linke/rechte Auge FAST identisch mit dem Anderen. So ist das auch auf diesem Bild. Weshalb wir einfach alle Augen-Ebenen kopieren und sie nach links bzw. rechts verschieben. Hier müsst ihr nun alles spiegeln, bis auf die Iris und Pupille. Jedoch solltet ihr je nach Motiv auch Änderungen vornehmen. So musste ich beispielsweise die Wimpern neu zeichnen. Aber das Ergebnis lässt sich nach hart erarbeiteten 2 Stunden gern anschauen.




Augenbrauen sind sozusagen eine kleine Vorübung zu den Haaren. Auch für die Brauen braucht ihr Geduld, sofern ihr jedes einzelne Härchen zeichnen wollt. Solltet ihr euch entschieden haben, sie etwas schlicht zu halten, geht ihr das Tutorial einfach so lang weiter, bis es zu den einzelnen Härchen kommt.
Also, zeichnet zuerst die komplette Augenbraue, die Kontur, und färbt diese in der passenden Farbe ein. In dieser Fläche schattiert ihr den unteren Bereich etwas um es ein wenig aus dem Gesicht rauszuholen. Achtet außerdem noch beim zeichnen der Kontur, dass dominante, also etwas abstehendere Härchen gezeichnet werden und nicht als "Rechteck" gesetzt werden. So, jetzt geht es auch schon mit den einzelnen Haaren der Augenbraue los. Ihr könnt davor ruhig noch ein wenig mit dunklen Brauntönen shaden oder aber mit dem Bleistift und geringer Deckkraft kleine Flächen anlegen. So, wählt nun mit dem Pinsel-Werkzeug eine dunkle Farbe aus. Stellt die Größe auf 3-5 Pixel und die Härte auf 0%. Wechselt nun zurück zum Zeichenwerkzeug und zieht nun mittels Bezièr-Linien kleine kurze Striche. Diesmal geht ihr aber nicht auf "Pfadfläche füllen…" sondern auf "Pfadkontur füllen…" und wählt dort den Pinsel aus. Macht ein Häkchen auf "Druck simulieren" und zieht so diese feinen Striche. Das macht ihr jetzt die ganze Braue entlang. Dabei könnt ihr hin und wieder die Deckkraft ändern. Habt ihr es soweit geschafft, stellt iht den Pinsel nun auf 1-2 Pixel und Härte bleibend auf 0%. Diesmal wählt ihr aber eine hellere Farbe und zieht zwischen den dunklen Haarstrichen die etwas helleren. Das gibt nochmal den Eindruck zwischen den einzelnen Härchen. Wenn dies geschafft ist, kümmert ihr euch einfach um die Andere. Ihr könnt sie natürlich kopieren, spiegeln und auf die andere Seite einfügen. Achtet jedoch auf eure Vorlage! Je nach Blickwinkel und Augenbrauen der Person kann es da Unterschiede geben. Das Problem hatte ich auch bei Jamie Lynn. Folgender Trick: Geht auf transformieren und dreht, zieht, vergrößert die Braue bis sie mehr oder weniger passt. Nun müsst ihr eventuell noch mit dem Radiergummi einige Stellen auf jeder Ebene wegradieren. Das war es auch schon mit den Augenbrauen.










Zu guter letzt, die Haare. Die Haare geben dem ganzen nochmals den Wiedererkennungswert einer Person. Fangen wir gleich damit an und besorgen uns per Pipette die nötigen Farben. Ich habe mir einfach mal 16 gesaugt, wobei ich nur 7-8 verwendet habe. Ihr kennt das Spiel schon.
Wie immer heißt es erstmal grundieren und danach Highlights setzen. Als wir anfangs das Gesicht gestaltet haben, arbeiteten wir uns von den hellen zu den dunklen Stellen. Bei den Lippen dagegen haben wir die Fläche erst mit einem mittleren Ton grundiert und dann zwischen Hell und Dunkel schattiert. So wie bei den Lippen geht es auch hier so los. Nach der Grundierung könnt ihr euch den Haaren die im Hintergrund stehen widmen und diese schön dunkel shaden. Arbeitet euch Stück für Stück nach vorne und achtet dabei die Haare nicht i-wie klump darzustellen. Lieber mehr Wellen als zu wenige, wobei das auch wieder auf die Frisur ankommt. Um zusätzlich ein wenig Plastizität zu bekommen, solltet ihr zum Abwedler greifen, die Deckkraft auf maximal 20% stellen und dezent verändern. Das gleiche gilt für den Nachbelichter. Am Schluss könnt ihr nochmals Highlights auf den dunklen Stellen setzen, jedoch auch nicht zu viele. Am besten geht das indem ihr die Technik verwendet, die ihr auch für die Augenbrauen benutzt habt. Pinselstärke auf 2-6 Pixel, Konturen mit dem Zeichenstift ziehen, die Pfadkontur füllen, dort den Pinsel auswählen und den Druck simulieren. Die Highlights selber könnt ihr auch an den Enden mit einem Radierer leicht transparenter machen. Glückwunsch, euer erstes Vexel-Bild ist fertig! Bleibt motiviert und arbeitet daran weiter. Verbessert eure Fähigkeiten, denn nicht jeder
hat die Geduld etwas zu "vexeln".





Fertiges Vexel-Bild     
                     Vexel-Bild - Tonwert an Original angepasst




©  Tutorial - Thomas Noschka

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